Büchervorstellung

oli
Ich bin vor einiger Zeit durch eine Freundin an das Buch "Sie nannten mich >ES< Der Mut eines Kindes zu überleben" von Dave Pelzer gekommen, sie hat mir erzählt worüber es ging und ich wollte es unbedingt selber mal lesen und habe es mir gekauft.
Im Chat ging es dann beim letzten Themenabend um "Gewalt in der Familie" ich fand das Buch ziemlich passend dazu und erwähnte das ich gerade dabei wäre, dieses Buch zu lesen und worum es dort geht. Viele wollten dieses Buch dann auch haben.

Ich erläuter einmal kurz worum es in diesem ersten, von drei Bänden geht:

Die Inhaltsangabe: "Du hast mein Leben zur Hölle gemacht, Jetzt ist es an der Zeit, dass ich dir zeige, wie die Hölle ist!" Mit diesen Worten zerrt die Mutter ihren fünfjährigen Sohn wie von einem teuflischen Plan besessen zum Herd und hält seinen Arm an die orange-blaue Gasflamme, bis ihnen der Geruch von versengter Haut in die Nase steigt.
Die schier unglaubliche Geschichte einer Kindesmißhandlung: Jahrelang wird Dave von der eigenen Mutter brutal geschlagen und in grausamen "Spielchen" beinahe umgebracht. Immer wieder wird er zielscheibe ihrer ungezügelten Aggressionen - physiche und psychische Folter von beinahe unvorstellbarer Grausamkeit.
Einzugreifen und der rohen gewalt ein Ende zu bereiten wagt sich in der Familie niemand. Erst als seine Lehrer sich einmischen, kommt für den bereits halb verhungerten Jungen die Rettung. Ein aufrüttelnder Schicksalsbericht, der uns alle mit der Frage konfrontiert, wie lange man die Augen vor elterlicher Gewalt verschließen darf!

Das ist die Inhalzsangabe zum ersten Band und um die "Spielchen" die da erwähnt werden, ein bisschen zu eläutern bringe ich mal ein Beispie:
Die Mutter sperrt Dave ins Badezimmer mit einem Eimer mit einer Mischung aus Salmiakgeist und Clorox (scharfe Putzmittel) und schließt die Tür ab. Diese Mischung wirkt ätzend und es ging soweit das Dave blut spuckte. Das ist nur ein Beispiel von ihren sogenannten Speilchen. Dazu muss ich noch erwähnen das es eine wahre Geschichte ist und dieser Junge das alles WIRKLICH durchgemacht hat und nie aufgeben hat ums Überleben zu Kämpfen.

Ich finde auch als Lesemuffel muss man diese Bücher mal gelesen haben um zu erfahren was einige Kinder - auch heute noch - durchmachen und trotzdem stark sind.

Würde gerne eure Meinung zu diesem hema hören.
Würdet ihr eingreifen, wenn ihr sowas sehen würdet?

Ich persönlich würde alles versuchen dem Kind zu helfen und die Mutter (in diesem Fall) gehört weggesperrt und psychiatrisch behandelt.

Würde mich über eure Meinungen freuen

Liebe Grüße, Oli!
sun
Dave Pelzer erzählt sensibel, wie er von seiner Mutter gedemütigt wurde.
Er lernt, wenn er überleben will, benötigt er eine Strategie. So findet er immer neue Möglichkeiten zu überleben, sei es durch die Gedanken der Hoffnung.
Gegen eines jedoch findet er keinen Schutzwall, die Sehnsucht nach Liebe, nach Anerkennung. Diese Sehnsucht bleibt ungestillt, denn sie nannten ihn „ES“.
kali
habe das buch dank sei sun auch gelesen.. gestern kam es an und ich fing gleich an zulesen... habe non stop gelesen ...nicht mehr gehört nichts mehr gesehen... dieser junge sein schicksal hat mich gefesselt.... es machte mich traurig,sauer, wütend und sehr nachdenklich... ich kapiere nicht wie eine mutter ihrem kind sowas antun kann...ich kapiere nicht wie seine umgebung dies zulassen konnte und ich kapier gar nicht das sein vater nichts unternommen hat....wie kann es sein das dieses kind tagtäglich die gleichen klamotten anhatte, wärend seine geschwister normal gekleidet zur schule gingen... und keiner hat da je ne bemrkung drüber gemacht...hallo in meine augen war seine ganze umgeben feige...sogar die oma hat es mitbekommen und war zu feige irgendetwas zu unternehmen...wenn ich mercke das eine meine enkel immer das gleiche anhat oder und übersäht ist mit blauen flecken... dann greife ich ein....egal ob es meine tochter ist.... ich riskiere streit mit denen und wennmien verdacht nicht richtig war naja habe ich halt pech gehabt aber wenigstens ein gutes gewissen...und ich behaupte dies nicht nur sondern habe es tatsächlich einmal gemacht(bei nachbarn) über dieses thema werde ich auch nicht weiter reden, also fragt nicht nach....ich kann euch nur eins dazu sagen .... es ist ein verdammt harter streit und man wird von alle seiten schief angekuckt... ich bin gespannt auf teil 2 ....
füer alle die sowas ähnliches erlebt haben noch ein guten rat: bleibt stark und gebt nicht auf .... ES schafte es auch und er würde wirklich in schlimmster weise gefolter....
kicki
auch ich habe das buch gelesen und fande es sehr spannennd aber auch sehr mitreissend.als ich das buch gelesen haben konnte ich gar nicht glauben das eine "mutter" ihrem sohn so etwas antun kann,aber das ist leider die realität.verstehe auch nicht das der vater nichts unternommen hat,er hat es mit bekommen und nichts getan,einfach nur schrecklich.

bin jetzt gerade dabei das 2 band zu lesen(danke sun )
bin gespannt wie es da weitergeht
schnurpsel
huhu ich bin es nur der schnurpsel
dachte mir stelle mal ein buch vor das den lese herbst schön macht
also auf den punkt mein lieblings buch
das ist von michael frayn und heisst das spionage spiel
ach da fällt mir ein noch eines eins hat er noch grins
yann martel schiffbruch mit tiger
und das ist nun das letzte versprochen
molwanien das land des schadhaften lächelns
so wünsch euch einen schönen lese herbst
winke winke
haribo
habe das buch gestern gelesen.........(1.teil)

wie können vater und grosseltern dabei wegsehen und so tun als wäre nichts geschehen..................

die folter die er erlebt hat war schlimmer als im mittelslter...........

es ist m,ehr als grausam...

aber so ist unsere gesellschaft .....

nicht sehen ..... nichts hören..... nichts sagen............


es fehelm einem einfach die richtigen worte dafür...........
sun
Band 2: Der verlorene Sohn – Kampf eines Kindes um Liebe und Anerkennung

Als Dave ohne Haut an den Armen in der Schule erscheint, greifen die Lehrer ein, Dave wird der Polizei übergeben.
Seine Mutter lässt nichts aus, um ihn in die Irrenanstalt einliefern zu lassen, da er nicht weiß was er spricht. Doch Dank seiner Helferin und den wachsamen Pflegeeltern bleibt ihm dies erspart.
Er kommt in mehrere Pflegefamilien, lernt schwer mit der Freiheit umzugehen und ist stolz mit 18 (wo er die Pflegefamilie verlassen muss) für sich selber sorgen zu können.

Als sein Vater stirbt, verliert er den Halt, da sein ganzes Streben dem Traum galt, mit seinem Vater „in seinem Haus“ am Fluss zu leben.

~

Band 3: Ein Mann namens Dave – Eine Geschichte von Triumpf und Vergebung

Dave schafft es seinen Traum, zur Air Force zu kommen, umzusetzen. Heiratet und wird ein liebevoller Vater. Er ist immer bemüht „gut“ zu sein, sein bestes zu geben.
Er setzt sich für Kinder, Jugendliche ein die misshandelt wurden. Er hält Vorträge, schreibt sein Buch.

Seine Ehe scheitert.
Sein Vertrauen wird oft missbraucht und er kann sich nur durch einen „Panzer“ schützen, indem er niemandem vertraut.

Bis jemand an ihn glaubt!

~

Ich danke Oli und Steven, dass sie uns auf diese Bücher aufmerksam machten.
Ich wünsche mir, möglichst viele lesen sie und lernen daraus, oder fassen Mut, Vertrauen in sich.
Der Kampf in uns, mit uns selber, ist der schwerste Kampf.
Ich danke allen, die es lesen und weitersenden!
JimJoe
Ich habe das Buch ebenfalls verschlungen und kann es nur jedem zum Lesen anraten. Will aber gleichzeitig hinzufügen, dass es sehr hart ist und nicht dazu gedacht, um sich gut zu fühlen. Aber eben das ist auch das Gute, ja Notwendige an dem Buch. Das Buch soll nachdenklich machen. Von der Form her, eignet es sich auch sehr für die etwas Lesefaulen unter uns, da es relativ dünn ist ( knappe 150 Seiten ), im praktischen Taschenbuchformat und eine relativ große Schriftgröße aufweist. Schnellleser brauchen knappe 2 - 3 Stunden dafür. Aber man sollte es nicht schnell lesen, sondern sich Zeit geben mit dem Text.

Für mich tut dieses Buch etwas ganz Entscheidendes: Es konkretisiert! Damit meine ich, dass wir größtenteils in einer Medienwelt leben, die uns tagtäglich über die schrecklichsten Dinge informiert. Und wir sitzen gemütlich - gleichgültig auf unserem Sofa und schauen uns die neuesten Kriegsbilder an, Bombenanschläge, Tierquälereien, Entführungen, hungernde Armut, Vergewaltigungen, Foltergefängnisse, Militärregieme, etc, etc. Eben all die gräßlichen Dinge, die nur der Mensch den Menschen antut und auf die kein anderes Säugetier je kommen würde. Aber eigentlich - oder meistens jedenfalls - sind dies für uns sehr abstrakte Ereignisse, weil sie sehr weit von uns entfernt sind oder wir schon zu abgestumpft worden.

Das Buch reisst den Leser aus dieser abstrakten Welt heraus, sehr brutal und sehr direkt. Es wird aufgezeigt, was Kindesmissbrauch konkret ist. Der Autor hat es am eigenen Leib erfahren und er läßt uns teilhaben an seinem Leid. Er begibt sich zurück und schreibt aus seiner damaligen Sicht als missbrauchtes Kind, dadurch wurde der Eindruck bei mir noch verstärkt. Er schreibt über seine psychisch kranke und sadistische Mutter, die ihn zwingen will, auf einen Gasherd zu klettern, um sich selber in der Flamme zu verbrennen. Als er sich dann weigert dies zu tun, packt die Mutter seinen Arm und hält ihn über die Flamme, bis er verschmort. Er schreibt über ein Erlebnis in einem Urlaub, wo ihn seine Mutter nötigt, den Kot aus einer Windel zu essen. Er schreibt über die Diebstähle an seinen Klassenkameraden, den er das Schulessen klaut, weil er tagelang nichts zu Essen bekommt, manchmal ein ganzes Wochenende lang.
Dadurch, dass er kein noch so grausames Detail ausläßt, wird er konkret und stößt uns aus unserer sicheren, abstrakten Welt, in der Kindesmissbrauch nur ein weiteres Wort ist. Das Buch sensibilisiert. Es schreibt genau das, was wir eigentlich gar nicht wissen wollen und wo mal lieber den Blick abwendet oder " Nichts - gesehen - und - bemerkt - haben " will, wie es so viele im Umfeld des Jungen taten, besonders auch die eigenen Angehörigen.

Wenn man so möchte, ist das Buch zeitlos. Es spielt zwar in den Siebziger - Jahren, aber es könnte auch heute spielen. Oder leider auch morgen.
Mich hat es tief bewegt und ich bewundere den kleinen Pelzer für seinen Übelebenskampf, wenn man bedenkt, wieviele Kinder jedes Jahr durch familiären Missbrauch und Vernachlässigung sterben und keine Chance haben, jemals ein Buch darüber zu schreiben. Ich denke, eben auch für jene hat er es irgendwie mit geschrieben ...


Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Teil.
kali
gute nachrichten für jim.., habe teil 2 endlich ausgelesen und haribo ist schon ein drittel weit....
wieso ist ein kind das keine markenklamotten trägt per definition ein schlchtes kind....wieso lernen eltern ihre kinder nicht innere werten zu akzeptieren anstatt äusserlich... das ist meine grosse frage nach dem 2 teil...und hut ab für pflegeeltern....
JimJoe
Der verlorene Sohn

So heisst der von mir jüngst ausgelesene zweite und zugleich Nachfolgeband von " Sie nannten mich Es " vom amerikanischen Autor Dave Pelzer. Meine Buchbeschreibung zu " Sie nannten mich Es ", die eher wie eine Buchempfehlung begriffen werden soll, kann von Euch weiter oben nachgelesen werden. Diese Bücher gehen zur Zeit rum, per Post, an einige Interessierte der Ichat - Gemeinde, immer weitergebend an andere.

Was mir zu aller erst auffiel ( aber was seinen Grund hat. ), war der größere Umfang, also die erweiterte Seitenanzahl des Buches, verglichen mit dem Vorgängerwerk. Ich schloss also daraus, dass Herr Pelzer diesmal noch weitere und detailreichere Misshandlungen seiner selbst presentieren würde, was ich dem Buch in gewisser weise negativ angekreidet hätte. Ich kann nur von mir sprechen aber beim lesen von " Sie nannten mich Es " hatte ich einen schweren Kloß in Hals und Herz, weil es durch die Augen eines misshandelten Kindes eben diese, seine persönlich erlebten Misshandlungen, dem Leser vor Augen führt.

Misshandlung ist bloß ein Wort. Mehr nicht.

Aber was sich hinter diesem Wort versteckt, das hat Herr Pelzer ungeschönt und grausam dargestellt. Dafür bin ich ihm - auch wenn das befremdlich klingen mag - sehr, sehr dankbar.

Ich machte mich also auf weitere Ausführungen gefasst, wurde dann jedoch sehr schnell und glücklicherweise enttäuscht: Zeigt der kursiv geschriebene Prolog noch einmal eine Rückblende, wenn man so mag, die Daves ganze Verzweiflung und tiefe Abhängigkeit von der psychisch kranken und grausamen Mutter darstellt, so erlebte ich im Folgenden den weiteren Lebensweg von Dave Pelzer, der sich grob von seinem zwölften bis zum achtzehnten Lebensjahr eingrenzen lässt.

Sie zeigt einen viel zu jungen Pelzer, der sich bei einer Gerichtsverhandlung seiner Mutter stellen muss und entscheiden soll, ob er zu ihr zurück will oder in staatliche Obhut gehen mag. Zerissenen Herzens entscheidet er sich für den richtigen Weg der staatlichen Obhut und lebt von nun an von Pflegefamilie zu Pflegefamilie. Bei einigen Familien bleibt er länger, bei anderen kürzer oder nur kurz. Dieses ist grundsätzlich ein ganz großes Thema in diesem Buch und eines von wenigen, die mir bekannt sind, die dieses Thema behandeln: Pflegefamilien. Den Einblick, den man dadurch in diese Mechanismen erhält, mit all ihren Höhen und Tiefen, würde ich als ausgezeichnet beurteilen, jedenfalls für das amerikanische Staatssystem. Ob sie sich mit den deutschen Verhältnissen vergleich lassen, ist mir ( noch ) nicht bekannt.

Sind die Pflegefamilien der ständig wechselnde ( und manchmal wiederkehrende ) Rahmen der Geschichte, so bleibt das Bild hierbei immer Dave selber. Er beschreibt sich in der Zeit mit all seinen großen Problemen und kleinen aber dafür gewaltigen Freuden. Man merkt sehr schnell, dass die Leiden mit der " räumlichen Trennung " von der Mutter noch lange nicht beendet sind, ganz und gar nicht. Ging es beim ersten Band noch um das nackte und pure Überleben mit einem sehr knappen und Gott - sei - Dank positivem Ausgang, so handelt der zweite Band um ein verspätetes " lebenlernen ", um den Beginn eines menschenwürdigen Daseins nach beinahe zwölf verlorenen Jahren. Und da er, Dave, immer danach strebte zu überleben, ist das neue Leben beinahe eine Überforderung für ihn, denn alte Verhaltensstrategien haben sich längst so tief und so fest eingebrannt, dass es schnell zu neuen Konfrontationen mit seiner Umwelt kommt. Aber Dave erfährt auch die andere Seite: Es gibt Menschen, die ihn mögen und lieb haben, die sich kümmern und ihn nicht aufgeben.

Der offizielle Roman endet mit einem Epilog - ebenfalls kursiv - der Dave im Jahre 1993 zeigt und der ein jedes Herz tief anrührt, wenn man bis dahin alles gelesen hat. Dazu, wie auch zum gesamten Inhalt, will ich aber nicht zu viel verraten.
Diese Geschichte hat Dave zu erzählen, da es seine Geschichte ist.
Aber auch danach macht Pelzer etwas Geniales: Er lässt uns nicht allein zurück mit dem Geschriebenen, sondern spricht noch einmal zu uns direkt, ganz am Ende des Buches, über Pflegefamilien im allgemeinen und lässt auch Figuren aus dem Buch zu Wort kommen, wie diese die damaligen Geschehnisse erlebten.


Rundherum eine sehr gelungene, offene, dichte und sensible Autobiographie eines Kindes, das aus dem Überleben in das Leben fand. Ich bin bereits auf den nächsten Band gespannt. Absolut und uneingeschränkt lesenswert. Ich empfehle
sun
Zitat:
Misshandlung ist bloß ein Wort. Mehr nicht.

Aber was sich hinter diesem Wort versteckt, das hat Herr Pelzer ungeschönt und grausam dargestellt. Dafür bin ich ihm - auch wenn das befremdlich klingen mag - sehr, sehr dankbar.


Leider erleidet jeder auf seine Art Verletzungen, Misshandlungen und heilt sie nicht, sondern schlägt wild um sich, verletzt, misshandelt andere dadurch. Dies beginnt nicht erst bei körperlicher Misshandlung, sondern bei jedem unguten Wort, dabei ist es so einfach zu lächeln, freundlich zu sein!

David Pelzer ist ein großartiges Vorbild, dafür!